Einsam glücklich – wenn Einsamkeit das geringere Übel ist

Kennst du die Firmen, die vor allem Wert darauf legen, dass du viele Kontakte hast oder einen großen Freundeskreis? Gleichzeitig ist für die meisten Menschen offensichtlich, dass die Kontakte, die Personen in sozialen Netzwerken haben, oberflächlicher Natur sind. Smalltalk und die Mentalität à la „Zeig mir dein Auto, zeig mir dein Smartphone“ ist vielen zurecht zuwider – man wünscht sich Tiefgang, Ehrlichkeit, Offenbarung, echtes Vertrauen untereinander.

 

Wenige Freunde – oder am neuen Wohnort noch gar keine

Wenn du nur wenige Freunde hast – und dafür gute – oder nach einem Umzug in eine weiter entfernte Gegend sogar ganz alleine dastehst (etwa aufgrund deiner Tätigkeit im Homeoffice), dann bedeutet das noch lange nicht, dass du den Kopf hängen lassen musst. Denn wichtig ist nicht, IRGENDWELCHE Freunde zu haben, sondern lieber richtig gute – und die findet man nicht in jeder Lebensphase, denn manchmal tut man Menschen mit einem temporären Kontaktabbruch sogar einen Gefallen, da man sie dann nicht in eine Sache hineinzieht.

 

Achtung Arschkarte: Wann du vorübergehend keine neuen Freunde finden wirst

  • Das Finanzamt versucht gerade vergeblich, irgendwelche Fehler in deiner Steuererklärung zu finden. Parallel dazu hat eine alte Versicherung ABM-Maßnahmen gestartet – und du gehörst dabei zu den Nachforschungsfällen.
  • Deine Firma ist gerade in einer Phase, in der vor allem investiert werden muss – in einer harten Phase, in der du dich durchkämpfst, Dienstleister beauftragst, um Einstiegshürden zu überwinden. Du bist keiner der glänzenden Unternehmer, die sich gerade mit irgendeiner Auszeichnung rühmen oder mit schillernden Bilanzen aufwarten können.
  • Du schließt gerade den restlichen mit deiner Scheidung verbundenen Bürokram ab – das ist für alle anderen Menschen unendlich nervig (nicht nur für dich).

 

Doch selbst in diesen und vergleichbaren Lebensphase ist es dennoch mit etwas Glück möglich, neue Bekanntschaften zu schließen oder sogar richtige Freunde fürs Leben zu finden – auch wenn eine intensive Phase der Gespräche häufig nicht möglich ist, wenn derjenige einfach kein Interesse daran hat, sich eine Extra-Last aufzubürden und ins Visier irgendwelcher Institutionen zu kommen.

 

Fast jeder durchlebt bürokratie- oder problemreiche Lebensphasen. Doch diese gehen irgendwann vorbei!

 

Sei anspruchsvoll! Wann es besser ist, alleine zu sein

Eine Beamte hat mir einmal von einer freundesuchenden Person in einem Amt erzählt, die gesagt hat: „Dafür bin ich nicht einsam genug.“ Damals fand ich den Satz recht witzig – doch später kann man so manches verstehen.

Hier ein paar Beispiele für neue Kontakte, bei denen die Alarmglocken schrillen sollten

  • Eine neue Bekanntschaft stellt dir dauernd Fragen, die wirklich leicht zu ergoogeln sind
  • Jemand kocht – und setzt dir dann das verbrannte Essen vor, während er sich das essbare nimmt (oder verhält sich auf andere Weise extrem egoistisch).
  • Eine Person vergisst dauernd Dinge, die du ihr erzählt hast. Dann ist offensichtlich, dass dieser Mensch sich nicht für dich interessiert und dich nicht mit der erforderlichen Wertschätzung behandelt.
  • Jemand will dich seinen anderen Freunden nicht vorstellen oder will sich nicht gemeinsam mit ihnen und dir treffen. Klar ist, dass jeder mal ein Wörtchen unter vier Augen reden will. Aber wenn es ein Dauerzustand ist, dass du von Kontakten einer Person isoliert wirst, dann erfordert es schon einer Erklärung (z. B. „Silvia denkt zu Atomkraft ganz anders als du.“ etc.). Jemand, der es mit seinen Freunden – oder auch mit seiner Beziehung – ernst meint, der versucht, alle miteinander auf irgendeine Weise zusammenzubringen, sodass sich keiner diskriminiert oder alleine gelassen fühlt. So etwas versteht man unter „sozialer Kompetenz“ – doch diese besitzt nicht jeder Mensch.
  • Jemand lässt es zu, dass du ganz viel Drecksarbeit erledigst, die nun einmal anfällt – und entschädigt dich nicht ausreichend dafür oder gleicht dies nicht anhand irgendeiner anderen Leistung aus. Häufig fehlen auch die Sensibilität und Aufmerksamkeit dafür, das Verhältnis des Geleisteten einzuschätzen.
  • Absichtlich ungepflegt: Eine Person duscht sich und parfümiert sich gern, wenn sie ausgeht, doch dir gegenüber ist sie immer ungeduscht und ungepflegt gekleidet. Hinter einem solchen Verhalten können diverse Krankheiten stecken. Das Maß, an dem sich orientiert, wie du dich verhalten solltest, ist, ob dieser Mensch dann wirklich stinkt – oder für deine Nase angenehm riecht.

 

Fazit

Zu einer Freundschaft gehören ein Mindestmaß an Respekt, Aufmerksamkeit sowie Interesse und Bemühung – auch wenn echte Freundschaft bedeutet, dass man die andere Person einmal unter vollem Leibeseinsatz stützt, während sie die Kloschüssel umarmt, sich richtig ausweint und sie tröstet, wenn sie am Ende ist.

Doch besteht eine echte Freundschaft aus Geben und Nehmen – und das Verhältnis sollte nicht in der überwiegenden Zahl der Fälle schlecht ausgeglichen sein.

Frauen sollten in Beziehungen zudem aufpassen, dass sie nicht in Bezug auf ihre Sexualität ausgenutzt werden. Beispiel: Sie ist gut genug für Sex und das Haushaltmachen – aber darüber hinaus hat er kaum etwas für sie übrig: Er will sie nicht seiner Mutter oder seinen Freunden vorstellen und schmiedet keine Zukunftspläne mit ihr.

 

Manche Menschen haben es weniger leicht, neue Freunde zu finden: das sind oft Leute, die mehrfach enttäuscht wurden – doch selbst diese finden meist doch mit etwas Geduld noch ihr Glück.

 

Bei anderen wiederum hat man das Gefühl, füreinander nicht konstruktiv zu sein – dann ist es besser, die eigenen Gedanken einfach in ein Tagebuch zu schreiben und die schlechten Zeiten zu durchstehen, bis man aufgrund der eigenen Lebenssituation wieder dazu fähig ist, neuen Menschen zugemutet zu werden.

 

Image by Piyapong Saydaung from Pixabay

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